
3. Open Air am Bergwerksee – 20. Juni 2026

Musikverein „Harmonie“ Dorn-Assenheim e.V.
Hier ist Blasmusik zu Hause!

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“Es muss rocken, aber mit Struktur“ – 2.Open Air am 5. Juli 2025
Reichelsheim (hh). „Wer Menschen unter freiem Himmel begeistern will, braucht mehr als gute Noten“, resümierte Andreas Schmidt, Dirigent und Vorsitzender des Musikvereins Harmonie Dorn-Assenheim, das zweite Open-Air-Konzert am Bergwerksee. Dabei bewies sein Orchester einmal mehr, dass Blasmusik weit mehr kann als unterhalten: pointiert, mutig, fein ausbalanciert, mit Gespür für Klang, Dramaturgie und Atmosphäre. Der Einsatz von Alphorn und E-Gitarre zeigte die Vielseitigkeit der Musiker, die ihre Stücke wirkungsvoll in Szene setzten. Oder in den Worten Schmidts: „Man muss die Leute überraschen.“
Maren Guckelsberger, Berthold Schäfer und Helmut Weitz lieferten die Übergänge zwischen den Stücken – wie immer pointiert, eloquent charmant. Das Orchester nutzte bereits die erste Vorlage und gab mit „Gloria Patri“ ein klangstarkes Bekenntnis, das für die erste Gänsehaut des Abends sorgte.
Das Herz des Programms bildeten die Polkas mit Hang zum böhmischen Mosch-Hutter-Genre, aber klanglich überraschend vielfältig. Hinzu kam mit „Rosamunde“, dem Gassenhauer mit dem Sparkassenbuch, keine Schunkelnummer daher, sondern eine elegante Hommage an die goldene swingende Blasmusik-Ära.
Dann punktete die „Katharinenpolka“ mit rhythmischen Feinheiten und einem verschmitzten Augenzwinkern. Denn die Schöne – lebendig, quirlig, interessant – fordert ausnahmslos alle Register. Und das „Liebespärchen“? Das virtuose wie witzige Zwiegespräch für Klarinette und Tenorhorn schaffte es nicht umsonst auf Schmidts Favoritenliste. Dass dabei beide Facetten gleichermaßen gekonnt intoniert wurden, versteht sich bei der Harmonie von selbst.
Jazzige Einwürfe, rhythmische Brüche voller Energie und ordentlich Drive: das war „Maxglaner Reloaded“. „ Ein Wahnsinnsstück“, schwärmt Schmidt, „und ein echtes Abenteuer für die Rhythmusgruppe.“ Das Lob galt auch dem lupenreinen Solo der Klarinetten. Noch bei der Generalprobe hakte das Timing. „Aber im Konzert war’s dann einfach nur klasse.“ Hier zeige sich, so Schmidt, „ob ein Orchester auch spontan die Spannung halten kann.“
Ein Hingucker und Hinhörer. Und eine Rarität allemal: Bei der „Pregitzer Alphornpolka“ treten drei dieser Instrumente als Solisten in einen Dialog mit dem Blasorchester. „Das hat keiner, das muss man machen!“, lobte Schmidt „seine Allrounder“ Jonas, Martin und Michael Dönges, die bei ihrem Auftritt ein starkes Ausrufezeichen setzten.
Die Klarinetten wurden zur Tastatur, Trompeten und Posaunen trugen die Melodie und der knackige Bass kam von Schlagzeug und tiefen Registern. Wobei das Schlagzeug mit eigenen Akzenten das Klangbild veredelte. Die Harmonie verstand es, den ikonischen Synthesizer-Sound der Beverly Hills Kultmelodie aus den 80ern ohne Elektronik authentisch abzubilden.
Spielfreude und rhythmische Standfestigkeit bewiesen die Musiker auch im Rock-Metier. Das Medley „Hey Tonight“ lebte von präzisen Wechseln und dramaturgischen Aufbau vom lockeren Einstieg bis zum druckvollen Finale. Besonders „Rockin‘ all over the World“ beeindruckte: mit E-Gitarren Sound zeigte Jens Mayer, warum der Klang von Status Quo noch heute Kultstatus besitzt. In „Rock It!“ legte das Schlagzeug den Puls, während die Register klug Spannung übereinander schichteten. Oder wie der Dirigent sagte: „Es muss rocken – aber mit Struktur.“
Ein weiterer Glanzpunkt war „Don’t Stop Me Now“. Eine der schwierigsten Nummern im Programm – musikalisch gewagt und rhythmisch vielschichtig. Dabei die Solisten Michael Dönges und Marius Münch im Dauereinsatz. Doch das Ensemble meisterte Tempo, Dynamik und Ausdruck mit Bravour. Queen zu spielen – und dabei musikalisch zu bleiben – das war ein Wagnis. Aber ein lohnendes.
Stilistisch schlug die Harmonie noch Brücken in die USA, in der Militärmusik ebenso wie zum Pop mit dem Jahrhundert-Ohrwurm „Sweet Caroline“. Erwähnt sei noch das ergreifende „Bella Ciao“. „Ich wollte einen stillen Konzertabschluss vor der in der Abendsonne versunkenen Silhouette des Bergwerksees.“ Auch das gelang – mit Feingefühl und viel Raum für Wirkung.
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Ehrungen: Flankiert von Harmonie-Chef Andreas Schmidt (rechts) und seinem Stellvertreter Marius Münch (links) wurden für langjährige Mitgliedschaften ausgezeichnet: v.l. Clemens Winkler, Uwe Bayer, Martin Dönges, Andreas Dönges und Jeanette Winkler.
Rund 500 Gäste vor und ein malerischer See hinter der Bühne: Das Open-Air-Konzert am Bergwerksee bot dem Musikverein Harmonie Dorn-Assenheim den idealen Rahmen, um verdiente Mitglieder auszuzeichnen. Die Ehrungen übernahmen der Vorsitzende und Dirigent Andreas Schmidt und sein Stellvertreter Marius Münch.
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Nesseja hinterm Tulpenbeet
Musikverein Harmonie gibt Konzert auf der Landesgartenschau
Reichelsheim (hh). “Es ist derzeit einiges los in Fulda“ berichtet der langjährige Vorsitzende Helmut Weitz vom Vereinsausflug des Musikvereins Harmonie in die osthessische Barockstadt. Anlässlich der Landesgartenschau veranstaltete der hessische Musikverband sein Landesmusikfest. Und so kombinierten die Dorn-Assenheimer beides mit einem Freiluftkonzert vor Ort. Denn im Reisegepäck war nicht nur gute Laune, sondern auch jede Menge Instrumente und der Taktstock von Dirigent Andreas Schmidt.
Den laut Veranstalter über 2.000 Musizierenden standen je drei Bühnen in der Altstadt und auf dem Gelände der Landesgartenschau zur Verfügung. Die Harmonie entschied sich für Letzteres und spielte im Sonnengarten inmitten einer bunten Tulpenpracht auf. Schmidt hatte hierfür ein abwechslungsreiches Konzertprogramm zusammengestellt. Neben populären Polkas und Märschen punktete die Harmonie mit bekannten Melodien aus der Unterhaltungssparte wie “Nessaja“ aus dem Musical Tabaluga oder “Tage wie diese“ von den Toten Hosen.
Getreu dem Motto „Musik verbindet“ begeisterte die Harmonie den Worten von Weitz zufolge das Publikum. In seinen Aufzeichnungen notiert er: “Unsere mitgebrachten Fans, die LGS-Gäste und die vor uns spielenden Musiker aus Hauswurz haben bei unserer Musik eifrig mit geklatscht. Besonders bei den Klassikern “Wir Musikanten“ und dem “Böhmischen Traum“.“
Danach ließen die Ausflügler wahlweise die Atmosphäre in der Altstadt oder die Blüten- und Farbenpracht der Landesgartenschau auf sich wirken. “Und wir haben dabei überall Musik gehört“, schwärmt Weitz von einem rundum gelungenen Tag: “Für uns war es ein sehr schönes Erlebnis, vor fremdem Publikum in einer so schönen Umgebung zu spielen. Und mit den vielen anderen Musikern zu zeigen, wie aktiv die hessische Blasmusik ist.“
