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Konzert „1000 Takte Blasmusik!“ am 16. Juni

Hier einige Bilder vom erfolgreichen Konzert. Bericht siehe unten.

Zum Konzertbeginn scheint die Sonne auf die Musiker.

 

Geschafft! Viel Applaus für ein gelungenes Konzert.

 

Ehrungen für verdiente fördernde Mitglieder (25 Jahre) und Ehrungen für verdiente aktive Musiker (20 bis 50 Jahre).

 

Bericht in der Wetterauer Zeitung am 21.06.2018

Seit genau 130 Jahren sorgt der Musikverein Harmonie für gute Unterhaltung in seiner Heimatgemeinde. Wie es über der Bühne zu lesen war, genießen und vermitteln die Musikanten seit über einem Jahrhundert »Freude an der Musik«. Das glaubt man den rund 25 Musikern sofort, denn ohne diese Freude wird man sicher nicht die Disziplin aufbringen, ein solches Konzertprogramm einzustudieren. Wie der Vorsitzende Helmut Weitz in seiner Begrüßung schon ankündigte: »Wir können mehr als Polka, Walzer, Marsch!« Damit sollte er recht behalten.

Persiflage aufs »Humpa, humpa«

Unter der Leitung von Andreas Schmidt läutete die fanfarenartige Eröffnung des Konzertmarschs »Regimentsparade« von Antonin Zvacek den Beginn des kurzweiligen Abends ein. Bei volkstümlichen Titeln wie der »Feinschmecker-Polka« von Ernst Mosch oder der Polka »Von Freund zu Freund« von Martin Scharnagl wurde es schnell familiär in der Fest- und Sporthalle, und wo es passte, wurde mitgesungen, mitgesummt, mitgeklatscht oder auch gepfiffen. Dem Konzertprogramm tat dies keinen Abbruch, stand doch die Freude an der Musik im Mittelpunkt, die offensichtlich auch auf das Publikum übergegriffen hatte.

Dass sich die Musiker der „Harmonie“ auch selbst auf den Arm nehmen können, zeigten sie mit der »Scherzpolka« von Thomas Doss, einem Komponisten, der eigentlich mehr für moderne Orchesterwerke bekannt ist. In diesem Stück wurde das »Humpa, humpa« persifliert, und manchmal startete ein ganze Instrumentengruppe einen Ton versetzt in den Einsatz und zog ihn auch knochentrocken durch, was manchen im Publikum fragen ließ: »Gehört das so?« Schließlich lachten die Zuhörer und auch die Musiker, nachdem der Schlussakkord verklungen war.

Die eingängige italienische Melodie »Ciribiribin«, ursprünglich im Dreivierteltakt, schaffte es in der Nachkriegszeit in die Unterhaltungsmusik und wurde dort auch als Swingnummer gespielt. Solist an der lässigen Trompete war Marius Münch.

In die Welt des Films entführten die Dorn-Assenheimer mit den Titel »North and South«, in Deutschland besser bekannt unter »Fackeln im Sturm«, und mit den »Tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten«. Pop und Rock bediente das Orchester gekonnt mit den Medleys »Abba Revival«, »Grease« oder »Spirit of 69«. Für den Titel »On Broadway« hatten die Nachwuchsmusikerinnen Laura und Marisa Schmidt einen Tanz einstudiert, mit dem sie bei der Generalprobe überraschten, und natürlich ernteten die beiden auch beim Konzertabend hierfür großen Applaus. So verging das Konzert, moderiert von verschiedenen Musikern des Orchesters, wie im Flug, und ohne Zugaben durften die Aktiven nicht von der Bühne.

Auszeichnung für Dietmar Mittig

Das volle Haus bot den passenden Rahmen für Ehrungen aktiver und passiver Mitglieder der Harmonie. Eine besondere Ehrung des Bundesverbands für 50 Jahre aktive Verdienste für die Blasmusik sprach Bezirksdirigentin Petra Winter Dietmar Mittig aus. Seit 40 Jahren aktiv bei der Blasmusik sind Michael Dönges, Thorsten Lemler, Berthold Schäfer, Martin Walter und Armin Winkler, sie wurden hierfür vom Hessischen Musikverband geehrt sowie Andreas Schmidt für 30 Jahre und Stefanie für Weitz für 20. Für 25-jährige Vereinstreue ehrte die Harmonie die Mitglieder Simone Eichelmann, Sabine Stiefmeier-Siemsen, Christine Roth, Iris Schiel, Horst Bilger, Alfred Ess, Werner Michalak, Jens Mayer und Volker Wagner.

 

Zwei neue Blockflötenkurse 03-2018

Unsere Werbung im „Musikgarten“ bei Tatjana Balser und über andere Kanäle hatte Erfolg.

Am 23. Februar hatte der Freitagskurs mit drei Kindern die erste Übungsstunde.

Am 5. März hatte der Montagskurs mit vier Kindern die erste Übungsstunde.

Damit haben wir Stand 05.03.18 vier Blockflötenkurse mit 13 Kindern.

In Kürze gibt’s die ersten Bilder von den Kursen.

Informationen für Mitglieder und Freunde 12-2017

Informationen für unsere Mitglieder und Freunde

Adventskonzert am 3. Advent um 14:30 Uhr (17.12.2017)

Zum Adventskonzert mit den Sängerinnen und Sängern vom Gesangverein „Concordia“ laden wir alle herzlich ein! In diesem Jahr musizieren Dr. Schäfer an der Orgel, zwei Solisten, der Chor der „Concordia“ und unser Stammorchester.

Wir freuen uns auf viele Gäste und bitten Euch, in der Familie, bei Freunden und Nachbarn Werbung für das Konzert zu machen. Im letzten Jahr hat mir eine Zuhörerin gesagt: „Ich war zum ersten Mal im Konzert. Und es war so schön!“

Mit Kaffee + Kuchen und einem Glas Glühwein lässt sich das Konzert wunderbar abschließen.

Wir bitten herzlich um Kuchenspenden! Bitte einfach bei Helmut Weitz unter 060334731 oder 016097621665 melden. Herzlichen Dank vorab!

Was tut sich bei den jungen Musikern?

Die wöchentlichen Übungsstunden im Musikgarten, der Blöckflötengruppen, der Musikschüler und der neuen Jugendgruppe kriegen eigentlich nur die jungen Musiker, ihre Lehrer, die Eltern und evtl. Oma und Opa mit. Damit man sieht, dass wir ganz schön aktiv sind, hier eine Übersicht.

  • Im Musikgarten bei Tatjana Balser unterstützen wir 17 Kinder in der musikalischen Früherziehung
  • In drei Gruppen lernen 8 Kinder Blockflöte
  • Mit Flöte, Klarinette, Waldhorn und Schlagzeug haben 6 junge Musiker Unterricht
  • In der neuen Jugendgruppe (siehe nächsten Absatz) spielen 6 junge Musiker

Neue MusikerInnen sind immer herzlich willkommen! Also Werbung machen und uns informieren. Wir besorgen das Instrument und kümmern uns um den Lehrer, dann kann’s los gehen.

Ende Jugendorchester – neue Jugendgruppe

Im Jugendorchester haben in den letzten beiden Jahren sechs junge Leute gute Musik gemacht. Sie waren beim Pfarrfest, Adventskonzert, Schulfest, Martinszug und Jugendmusiktag zu hören.

Aus folgenden Gründen haben wir das Jugendorchester beendet:

Dirigentin hat durch Studium keine Zeit mehr / wöchentlicher Übungsstunden-Termin, an dem alle können, war schwer zu finden / junge Musiker rücken in nächster Zeit keine nach / bei Auftritten sind immer Aushilfen nötig.

Damit die jetzigen Musikschüler neben dem Einzelunterricht auch das Spiel in der Gruppe lernen, haben wir Mitte 2017 eine neue Jugendgruppe gegründet.

Aktuell sind folgende Instrumente in der Jugendgruppe vertreten: 2 x Flöte, 2 x Klarinette, Trompete und Schlagzeug. Auch hier gilt: Neue MusikerInnen sind herzlich willkommen!

Der erste Auftritt ist am 16. Dezember um 17:30 Uhr in der Vorabendmesse in unserer Pfarrkirche.

 

Gemeinsame Übungsstunde und Konzert am Samstag, dem 3. März 2018

Bisher haben unsere Aktivitäten in der Musikausbildung wenig Verbindung zum Stammorchester. Das soll sich durch diese gemeinsame Übungsstunde ändern.

Vom jüngsten Blockflötenspieler bis zum ältesten Bläser im Stammorchester üben alle gemeinsam einige Musikstücke ein. Diese eingeübten Stücke präsentieren wir dann in einem kleinen Konzert der ganzen Vereinsfamilie. Das wird ein Spaß!

Die Einladung dazu mit Uhrzeiten und Programmpunkten gibt’s rechtzeitig vorher.

 

Zu guter Letzt wünschen wir Dir und Deiner Familie einige ruhige Stunden im Advent,  Frohe Weihnachten und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr!

Die Vorstandsmitglieder des MV „Harmonie“: Alana Hessel, Marius Münch, Berthold Schäfer, Alfred Schiel, Andreas Schmidt, Helmut Weitz und Armin Winkler

Adventskonzert 17. Dezember

Spende an Elternverein für leukämie- und krebskranke Kinder, Gießen e.V. >> 345 Euro

Besinnlicher und swingender Ausblick auf die Festtage

Adventskonzert von Harmonie und Concordia mit solistischen Leckerbissen

Wie klingt Weihnachten hierzulande, im angloamerikanischen Sprachraum oder in den Alpen? Der Gesangverein Concordia und der Musikverein Harmonie gaben die Antwort, pickten sich einige Rosinen aus der reichhaltig verfügbaren Literatur und mixten dies zu einem stimmungsvollen Konzertnachmittag. Hierzu gesellten sich Gastsängerin Trude Schmitz-Folkmanis und Dr. Ralf Schäfer. Virtuos inszenierte er auf der Orgel von St. Maria Magdalena zunächst eine Messe aus dem Elsass, um später das Morgen kommt der Weihnachtsmann in gleich 14 Variationen über die Tasten schweben zu lassen.

„Die Concordia war heute richtig gut“, kam das dickste Lob aus dem Publikum. Die Sänger von Tobias Lipka präsentierten sich nach einem Probenwochenende rhythmisch pointiert, und begeisterungsfähig. Symbolisch hierfür die Titelmelodie aus dem Fernsehfilm Drei Nüsse für Aschenbrödel. Märchenhaft swingte sich der Chor durch die Weihnachtsversion mit ihren winterlichen Motiven und erzeugte so gleich die passende Atmosphäre. Und wo Lipka keine Noten fand, arrangierte er kurzerhand das eine oder andere Stück selbst.

Hymnisch brachen die Sänger so nach Bethlehem auf, um dann das Geschehen der Stillen Nacht in den Anden im wiegenden Dreiertakt zu kommentieren. Der Zwischenstopp erfolgte in einer weihnachtlich duftenden Stube bei den Schürzenjägern. Das Weihnacht wie’s früher war war dem Chor geradezu auf den Leib geschneidert. „Das mögen meine Sänger“ freute sich Lipka,

Mit klassischen Stücken betonte die Harmonie den besinnlichen Aspekt der Festtage. Das festliche O Sanctissima erklang mit barocken Fragmenten, die geschickt mit der Melodie von O du fröhliche verbunden werden. Bei der Adventsfantasie Mentis stand dann die Adventsliteratur im Mittelpunkt: das erwartungsvoll festliche Macht hoch die Tür sowie das zarte und innige Maria durch ein’ Dornwald ging. Beide Lieder überzeugten durch ihre Schlichtheit und Tiefe in dieser Instrumentalversion.

Schöne Harmonien und samtweiche Übergänge bestimmten die mit Flügelhornsoli gespickte Popballade You raise me up. „Da war eine akkurate Stilistik wichtig“, verriet Dirigent Andreas Schmidt. Warum? „Man musste das tiefe Blech schon bremsen, die hätten bei der Akustik sonst richtig Gas gegeben.“ Das durften sie dann aber bei Nessaja. Die eingängige Melodie mit ihren anfänglichen Jazzelementen aus dem Musical Tabaluga verketteten die einzelnen Register melodisch und dynamisch stimmig.

Mit Gospelrhythmik und synkopischer Raffinessen brachte die Concordia im Agnus Dei nun eine mitreißende Spiritualität ins Kirchenschiff. Und in der A Capella Interpretation des Glöckleins zauberte Antonia Finkeldey aus einem Stück für einen Männerchor gar ein sakrales Sopransolo, Mit ihrer Schwester Annalena brillierte sie später harmonisch abgestimmt im Night of Silence, einem rhythmischen Quodlibet. „Sehr gefühlvoll interpretiert“, lobt Lipka.

Palmen statt Tannenbaum und Pop der 80er zum Schluss. Bei Feliz Navidad swingte der Zauber der Karibik mit, dann tönte Shakin Stevens’ im Kirchenschiff. Mit dem fetzigen Merry Christmas Everyone verabschiedete sich die Harmonie von einem swingend mitklatschendem Publikum.

Jugendmusiktag 19.11.16

Schnuppernachmittag des Musikvereins Harmonie mit Nachwuchs-Auftritten

Quelle: http://holger-and-more.com/1_41_Blockflotenunterricht-beginnt-Januar.html

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Wir wollten Werbung für die Nachwuchsarbeit machen, das ist uns nur teilweise gelungen“, zog Harmonie-Vorsitzender Helmut Weitz ein durchwachsenes Fazit des Jugendmusiktags. Unter dem Motto „Hören, probieren, informieren“ fanden dennoch einige neue Gesichter den Weg zum Schnuppern ins Pfarrheim, „obwohl wir eigentlich vor Ort ein viel größeres Potential haben.“

Immerhin könne im Januar ein neuer Blockflötenkurs begonnen werden, der an Kinder zwischen 6 und 9 Jahren gerichtet und die Basis des dreistufigen Konzepts der „Harmonie“-Nachwuchsförderung ist. Es folgen die Einzelausbildung am Instrument, aber auch Gemeinschaftsunterricht, „um den Spaß am Musizieren“ zu steigern. Ziel nach zwei weiteren Jahren ist dann die Aufnahme ins Jugendorchester.

Dieses Konzept ließ der Verein dann auch mit zahlreichen Auftritten lebendig werden. Zunächst legte Jugenddirigentin Lisa Bodem mit Rock, Pop und Country gleich richtig los und interpretierte Musik in modernen Variationen von Deep Purple bis Roger Miller. Selbst die Beatles schafften es auf die Bühne. Mit spielerischer Leichtigkeit begleiteten die Jungen und Mädchen bei I wan‘t to hold your Hand die Solostimmen mit ihren Rhythmusinstrumenten.

Auch die Mädchen der von Weitz betreuten Klarinetten- Block- und Querflötengruppen meisterten ihre Parts mit Bravour, ließen sich von Pumuckl bis Kalinka inspirieren und zeigten sich dem Publikum mit einer Prise Humor: Bei den drei Chinesen mit dem Kontrabass setzten sich die Kleinen Chinesenhüte auf. Da schnappten sich die Kinder im Saal die verbliebenen Hüte und machten kräftig mit.

Später probierten sie nach Herzenslust Instrumente aus, beliebt waren Trompete und Klarinette. Manches Instrument schien größer als die jungen Akteure selbst, sogar Tuba und Kesselpauken wurden unter die Lupe genommen. Und am Schlagzeug galt es mit Händen und Füßen unabhängig voneinander Schläge auszuführen. „Wir achten darauf, dass das Lernen am Instrument bezahlbar ist“, so Weitz abschließend, „dann können die Kinder in Ruhe entscheiden, was Spaß macht und was nicht“.

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Tage, die in Erinnerung bleiben…

Festtage der Harmonie klingen mit Festzug und stimmungsvoller Party aus

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Es war eines der besten Vereinseinsfeste, das ich je erlebt habe“, brachte TSV-Vorsitzender Norbert Petri sein Lob für die Veranstalter auf den Punkt. Zum wiederholten male hatte es der Musikverein in diesem Jahr geschafft, die Sport- und Festhalle bis auf den letzten Platz zu füllen. Nach dem Bunten Abend am Freitag und einem Rockkonzert am Samstag klangen die Festtage zum 125. Geburtstag der Harmonie mit einer großen stimmungsvollen Party aus.

Zuvor jedoch genoß das Publikum einen bunten Festzug. Auch Petrus zeigte sich nicht als Spielverderber und so konnte die Dorn-Assenheimer mit ihren Gästen bei Sonnenschein und guter Laune ausgiebig feiern. „Selten habe ich hier so viele Leute auf der Strasse gesehen“, lobte auch Bürgermeister Bertin Bischofsberger die Bürger, die bereits um die Mittagszeit ihre Sitzgarnituren und gekühltes Flüssiges auf den Bürgersteig stellten.

Um die 600 Festzugteilnehmer sorgten auf den Strassen für eine tolle Atmosphäre. Zu Fuß, mit Traktor und Motivwagen, in historischen und modernen Gefährten schlängelte sich der festliche Bandwurm durch ein winkendes Spalier von Schaulustigen über die Fähnchen- und Birken-geschmückten Straßen. Unverzichtbar dabei die musikalische Umrahmung: Kapellen aus Blofeld, Echzell, Nieder-Mörlen, Ockstadt und Reichelsheim erwiesen den vorneweg marschierenden Musikern der Harmonie ihre Geburtstagsgrüße. Keine Probleme, dabei den richtigen Takt zu finden hatten die Ehrengäste. Im Traktor-gezogenen Fuhrwerk führten Bürgermeister Bertin Bischofsberger, Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert, Pfarrer Markus Stabel und Harmonie-Vorsitzender Helmut Weitz den Zug an.

Zahlreiche befreundete Vereine und Gruppen nutzten die Gelegenheit, mit geschmückten Festwagen bei teils heiteren Motiven auf sich aufmerksam zu machen. Dort oben ließ es sich zünftig feiern und den Zuschauern zuprosten. Ob Frauenstammtisch, Kleintierzucht-, Gesang- oder Sportvereine, die Gestaltung der Gefährte war immer wieder ein Hingucker. Auch die Freunde der nostalgischen Sparte kamen auf ihre Kosten: Das 58 Jahre alte Großtanklöschfahrzeug des GTLF-Fan Clubs und der Historische Landmaschinenverein zeigten, wie in vergangenen Jahrzehnten das Löschwesen betrieben wurde. In einem Meer in Blau erschiednen die Stadtteilfeuerwehren. Optischer Blickfang waren zudem die auf Bobbycars radelnen Kinder der Kita St. Elisabeth, die Alphormdudler mit ihren meterlangen Instrumenten, Jugend DRK, Heuchelheimer Landfrauen oder der SV Reichelsheim, dessen Tanzgarde sich in blau-gelbe Schale geworfen hatte.

„Das sind Tage, die in Erinnerung bleiben“, hatte Weitz für jede der am Festzug teilnehmenden Gruppen ein Präsent in Form von hochprozentigem Jubiläumsschnaps dabei. Mit knackiger Unterhaltungsmusik in einem tollen und füllenden Sound begeisterte nun das Blasorchester aus Berstadt. Dabei war traditionelle Blasmusik genauso zu hören wie Schlager und beliebte Ohrwürmer der Rock- und Popmusik. Als dann zum letzten Zapfenstreich geblasen oder gesungen wurde, konnten das Team um Helmut Weitz aufatmen. Denn sie freuten sich, dass alles so gut geklappt hatte.

(Text: Holger Hachenburger)

Bei Rockfour wurden die Rockherzen schwach

125 Jahre Harmonie: Wetterauer Band begeistert mit viereinhalbstündigem Auftritt

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Das war ein cooler Auftritt“ oder „Die Jungs machen einfach nur gute Laune“, waren einige der druckreifen Reaktionen in der Sport- und Festhalle im Publikum. Sie alle erlebten eine bunte Classic-Rock-Party anlässlich des 125. Geburtstags des Musikvereins Harmonie, die einer Reise in die 60er bis 80er Jahre gleichkam: live, authentisch, leidenschaftlich, impulsiv, begeisternd. Rockfour, seit geraumer Zeit zu „Rockfive“ angewachsen, ließen mit Coversongs die große Zeit von Foreigner, Queen, Deep Purple, Eagles, Pink Floyd, Supertramp, Bon Jovi oder Jethro Tull lebendig und damit jedes Rockherz schwach werden.

Leadsänger Stefan Wenzel, Hartmut Christe an den Keyboards, Bassist Peter Hensel, Schlagzeuger Harald Steinke und Gitarrist Wolfhardt Duda spielten alles, was die Rockmusik noch heute so beliebt macht. Ob Bed of Roses, Cold as Ice oder das legendäre Hotel California, die fünf Musiker brachten die Stücke derart melodisch und emotional rüber, als wären sie aus ihrer Feder entstanden. Doch Rockfour spielen die Klassiker nicht einfach nur runter, sie brillieren immer wieder mit eigenen Interpretationen. Zu ihren Markenzeichen gehören auch Instrumentenwechsel, so dass quasi immer eine neue Besetzung spielt.

Das Publikum, ohnehin in Feierlaune ließ sich nicht lange bitten, tanzte, sang und klatschte kräftig mit. Schon bei den Ankündigungen jubelten die Fans, sogar einige Luftgitarrenakrobaten waren bei Smoke on the water zu bewundern. Allein das Schlagzeugsolo zog die Besucher wie ein Magnet an den Bühnenrand und bei der Bohemian Rhapsody von Queen überzeugte die Band mit einer tollen Gesangsperformance ihres Keyboarders.

Dann ließ die Formation den Sommer 69 von Brian Adams auferstehen, als wäre es gestern gewesen. Man spürte, dass die Akteure teils bereits seit 1991 zusammenspielten, sie verstehen sich blind, sind stimmlich vielseitig und präsentieren sich praktisch alle auch als Vokalisten. Zum Schlussakkord schalteten Rockfour nochmals auf die härtere Gangart um, brachten Stücke von Santana oder Led Zeppelin. Dem Publikum hat es gefallen, nur ungern und nach vielen Zugaben ließen die Fans ihre Rockhelden nach Hause ziehen.

(Text: Holger Hachenburger)

Von Kopf bis Fuss auf Spaß und Harmonie eingestellt

125 Jahre Musikverein: Bunter Abend mit Fleeschter Pättern, Viertaktern, Alphorndudlern und Niddageistern – Hessen lacht zur Fassenacht-Legende Karl Oertl moderiert.

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Das war Spitze“, war sich das Publikum nach dreieinhalb Stunden Musik, Gesang, Tanz und einer gehörigen Portion Zwerchfellmassage einig. Unter dem Motto Freude, Spaß und Harmonie spurtete der Musikverein mit einer fröhlich-bunten Show kurzweilig in das Festwochende zum 125. Geburtstag. „Bunte Abende sind meist etwas spröde“, bekannte Harmonie Vorsitzender Helmut Weitz, „deshalb haben wir uns nach den Stars der Region umgesehen.“ Und diese begeisterten in den unterschiedlichsten Formationen. So oder so, auf alle Fälle stimmte der Mix, die die Stimmung war großartig. Über allem schwebte Moderator Karl Oertl, der mit Witz und jeder Menge Vogelsberger Lokalkolorit einmal mehr zur Höchstform auflief.

„Die sind melodisch bestens geeicht“, kündigte Oertl die Viertakter an. Unterhaltsam und charmant präsentierte das Quartett Acapella-Musik zum Anfassen. Lieder wie der rauchig-schaurige Kriminal Tango oder Elvis Presleys All shook up zeugten nicht nur von prächtigen Stimmen, auch eine abwechslungsreiche Choreographie und humorvolle Mimik sind Markenzeichen der Gruppe. So veräppelten sie sich als kleinsten Männerchor der Welt („Ab und zu mal modern sein und mit den Hüften wackeln“) und los ging’s mit I was made for loving you. Auf Marlene Dietrichs Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt („Auf die langen Beine haben wir heute verzichtet“) folgte gesteppter Alpen-Pop („Steppschuhe, das sind Hufeisen für Ziegen“). Selbst phantasievoller Hip Hop war zuhören, dazu garniert mit improvisierten Instrumenten, mal als Kontrabass, mal als Luftgitarre. Viel zu lachen gab es, als die Cowboys Burning Ring of Fire singen. Klar, auch ein (Stoff)-Pferd durfte da nicht fehlen. Und von Nashville in Die Dolomiten waren es nur wenige Takte, um ein seichtes La Pastrorella mit ein paar Rex Gildo Takten aufpeppen. „Hossa Ole“, das Publikum quittierte den Auftritt der Vokalakrobaten mit begeistertem Beifall.

In ihrer Paraderolle am Stammtisch sorgen nun die Fleeschter Pätter für Stimmung. Ob an der Babbelwaage kurz vor der Busfahrt nach „Schlockenbach“,  beim Arzt, im Ehebett beim ausgefallenen Sex oder als sächselnder Engel: Gespickt mit absurden Wortgefechten  („Manchmal muss man sich wagen, zu wiegen“) outeten sich die beiden Vollblut-Comedians Rainer Hartmann und Manfred Scholz  als Meister des Klamauks. Beim Plausch aus dem Nähkästchen bekam auch die kommunale Nachbarschaft  ihr Fett ab:  Die Transplantation eines Florstädter Ohres endete für einen Reichelsheimer tödlich: „Er verschied, das Ohr hat den Körper wieder abgestoßen“, lästerten die Pätter.

Mit viel Leidenschaft, einer Prise Akrobatik und mitreißenden Kostümen zauberte nun die Showtanzgruppe der Niddageister die Schönheit der Serengeti auf die Bühne. Untermalt von pulsierenden Rhythmen des schwarzen Kontinents schlichen die sechzehn Tänzerinnen als wilde Hyänen umher. Eine außergewöhnliche Choreographie, deren perfekte Umsetzung den Auftritt in der Steppe zu einem viel beklatschten Erlebnis machte.

„Blech macht Spaß“ bekannten Andreas Schmidt. Michael Dönges, Sascha Mistetzky, Andreas Weinelt, Jan Kausek und Dietmar Mittig. Die erstmals in dieser Formation aufgetreten Gruppe ließ bei stimmungsvollen Gassenhauern die traditionelle Blasmusik wieder aufleben. Eine ganz andere Stilrichtung bevorzugen Martin Dönges und seine Alphorndudler. Als Septett entführten sie das Publikum in die alpenländische Bergwelt. Die mit Naturtönen gespielten Stücke gingen ins Ohr. Begeisternd das Echo, als die erste Stimme mit ihren Ausflügen in hohe Oktavregionen auf routiniert vorgetragene Bassstimmen traf. „Schließlich sind Alphornklänge in“, plauderte Dönges über die einstigen „Handys der Hirten“.

Wie treibe ich unseren Dirigenten zum Wahnsinn? dachten sich die Musiker der Harmonie und standen den Comedy-Profis in Punkto Slapstick in nichts nach. So blieb von Radetzky-Marsch nicht viel übrig. Denn ob im Dirndl, als Brautpaar oder in Faschings-Maskerade: Es kam so ziemlich alles zu Gehör, nur eben nicht das dirigierte Stück. Sei‘s drum, Andreas Schmidt überstand dias inszenierte Chaos. Bei einem Medley der Les Humphries Singers bewiesen die Musiker im Sound der 70er schließlich, dass sie bei ihrem Dirigenten bestens aufgehoben sind.

Ein furioses Finale beendete einen gelungen Abend, der einmal mehr zeigte, wie Erfolg versprechend Unterhaltung mit Künstlern aus der Region sein kann. Was soll man dazu sagen, fragte ein Gast. Die Antwort: Nichts – einfach klatschen.

(Text: Holger Hachenburger)