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Adventskonzert 17. Dezember

Spende an Elternverein für leukämie- und krebskranke Kinder, Gießen e.V. >> 345 Euro

Besinnlicher und swingender Ausblick auf die Festtage

Adventskonzert von Harmonie und Concordia mit solistischen Leckerbissen

Wie klingt Weihnachten hierzulande, im angloamerikanischen Sprachraum oder in den Alpen? Der Gesangverein Concordia und der Musikverein Harmonie gaben die Antwort, pickten sich einige Rosinen aus der reichhaltig verfügbaren Literatur und mixten dies zu einem stimmungsvollen Konzertnachmittag. Hierzu gesellten sich Gastsängerin Trude Schmitz-Folkmanis und Dr. Ralf Schäfer. Virtuos inszenierte er auf der Orgel von St. Maria Magdalena zunächst eine Messe aus dem Elsass, um später das Morgen kommt der Weihnachtsmann in gleich 14 Variationen über die Tasten schweben zu lassen.

„Die Concordia war heute richtig gut“, kam das dickste Lob aus dem Publikum. Die Sänger von Tobias Lipka präsentierten sich nach einem Probenwochenende rhythmisch pointiert, und begeisterungsfähig. Symbolisch hierfür die Titelmelodie aus dem Fernsehfilm Drei Nüsse für Aschenbrödel. Märchenhaft swingte sich der Chor durch die Weihnachtsversion mit ihren winterlichen Motiven und erzeugte so gleich die passende Atmosphäre. Und wo Lipka keine Noten fand, arrangierte er kurzerhand das eine oder andere Stück selbst.

Hymnisch brachen die Sänger so nach Bethlehem auf, um dann das Geschehen der Stillen Nacht in den Anden im wiegenden Dreiertakt zu kommentieren. Der Zwischenstopp erfolgte in einer weihnachtlich duftenden Stube bei den Schürzenjägern. Das Weihnacht wie’s früher war war dem Chor geradezu auf den Leib geschneidert. „Das mögen meine Sänger“ freute sich Lipka,

Mit klassischen Stücken betonte die Harmonie den besinnlichen Aspekt der Festtage. Das festliche O Sanctissima erklang mit barocken Fragmenten, die geschickt mit der Melodie von O du fröhliche verbunden werden. Bei der Adventsfantasie Mentis stand dann die Adventsliteratur im Mittelpunkt: das erwartungsvoll festliche Macht hoch die Tür sowie das zarte und innige Maria durch ein’ Dornwald ging. Beide Lieder überzeugten durch ihre Schlichtheit und Tiefe in dieser Instrumentalversion.

Schöne Harmonien und samtweiche Übergänge bestimmten die mit Flügelhornsoli gespickte Popballade You raise me up. „Da war eine akkurate Stilistik wichtig“, verriet Dirigent Andreas Schmidt. Warum? „Man musste das tiefe Blech schon bremsen, die hätten bei der Akustik sonst richtig Gas gegeben.“ Das durften sie dann aber bei Nessaja. Die eingängige Melodie mit ihren anfänglichen Jazzelementen aus dem Musical Tabaluga verketteten die einzelnen Register melodisch und dynamisch stimmig.

Mit Gospelrhythmik und synkopischer Raffinessen brachte die Concordia im Agnus Dei nun eine mitreißende Spiritualität ins Kirchenschiff. Und in der A Capella Interpretation des Glöckleins zauberte Antonia Finkeldey aus einem Stück für einen Männerchor gar ein sakrales Sopransolo, Mit ihrer Schwester Annalena brillierte sie später harmonisch abgestimmt im Night of Silence, einem rhythmischen Quodlibet. „Sehr gefühlvoll interpretiert“, lobt Lipka.

Palmen statt Tannenbaum und Pop der 80er zum Schluss. Bei Feliz Navidad swingte der Zauber der Karibik mit, dann tönte Shakin Stevens’ im Kirchenschiff. Mit dem fetzigen Merry Christmas Everyone verabschiedete sich die Harmonie von einem swingend mitklatschendem Publikum.

Abend der Blasmusik – 1200 Jahre Reichelsheim – Spendenübergabe

Russische Seele, Böhmische Liebe und Nemo entdeckt

1200 Jahre Reichelsheim: Beim Konzert der städtischen Musikvereine erklingen die unterschiedlichsten Stilrichtungen

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Erstmals stehen alle städtischen Musikvereine auf einer Bühne“, stimmte Hans-Richard Hitz auf eine Premiere ein. Nur wenig später sollte eine dreistellige Musikerzahl die Sport- und Festhalle in den Ausnahmezustand versetzen. „Das ist nicht nur die letzte Veranstaltung zum 1200. Geburtstag der Kernstadt“, ergänzte Bürgermeister Bertin Bischofsberger, „sondern auch ein schöner Übergang zur 700 Jahr Feier Dorn-Assenheims.“ Dann sprachen die Instrumente: Die Vereine aus Reichelsheim, Dorn-Assenheim und Blofeld spannten einen Bogen vom Broadway über Udo Jürgens zur böhmischen Musik. Das Fazit: Die Musiker beherrschen Konzertantes so stilsicher wie aktuelle Songs oder die Legenden der 60er.

„Ich kenne keine Genregrenzen“, gibt Alexander Gröb die Blofelder Richtung vor, um zunächst die Facetten der russischen Seele zu erkunden. Hier tummelten sichmelancholische Liebeslieder, tiefgründige Dramen oder ein rassiger Säbeltanz. Dabei meisternten die Musiker charakteristische Tempiwechsel akkurat wie im Popklassiker Music.  Der bezaubert durch In sauberem Piano getragenen Passagen gespickt mit ungewohnten 7/4tel Takten. Kontrastreich, gefühlvoll und dramatisch zieht die Hymne ihre Zuhörer in den Bann, um diese gleich mit Highland Cathedral auf den Pfad majestätisch schottischer Musik zu führen.

Die Italo-Western Klassiker von Enrico Morricone zeigten, wie bunt ein Blasorchester klingen kann. Harmonisch trampelten die Klarinetten mit Hufegeklapper des Weges entlang, dann starteten die tiefen Register fzum dramatischen Spiel mir das Lied vom Tod. Spannend und gefühlvoll zeigte sich die Musicalwelt von Andrew Lloyd Webber. Das vielschichtige Arrangement bestach durch die Melodieführung der Trompeten bei Jesus Christ oder dem spannungsgeladenen Part im tiefen Blech bei Phantom der Oper.

„Wir haben viel Zeit in das Zusammenspiel der Register investiert“, lobte Andreas Schmidt seine Akteure. Einem zackigen Militärmarsch folgte ein „Schlageranfall“: In Udo Jürgens live präsentierten sie eine Songauswahl der 70er und 80er Jahre. So standen die Trompeten auf „17 Jahr, blondes Haar“, während die Klarinetten „Mit 66 Jahren“ das Leben beginnen ließen, sich das tiefe Blech „Aber bitte mit Sahne“ wünschte und die hohen Stimmen zum „Griechischen Wein“ zuprosteten. Eine tolle Artikulation der extrem abwechslungsreichen Melodienführung.

Dabei schüttelten die Musiker unterschiedlichste Swingelemente aus dem Handgelenk: Hier der mitreißende St. Louis Blues, dort das unbeschwerte, fast tänzerische Beyond the Sea. „Das ist Musik aus Nemo, meinem Lieblingsfilm“, hört man ein Kind mitsummen. Es folgte der funkensprühende Nostalgietrip in die 60er mit Flower Power und Woodstock. Im Spirit of 69 wurden hippige Songs der Monkees lebendig wie der Sound der Bee Gees in der Ballade Massachusetts oder bodenständige Countrymusik.

Mit Stücken aus Böhmen und Tirol erhielt Wernfried Meiß eine Steilvorlage. „Wer hat sich bei diesen herrlichen Polkas und schmissigen Märschen nicht schon mal dabei ertappt, mit den Fingern zu schnipsen“, betonte der Reichelsheimer sein untrügliches Gespür für den Geschmack des Publikums. Das outete sich als Fan böhmischer oder Egerländer Lebensart und hatte zudem seine Freude an Kärntner Klängen und den stilistischer Raffinessen der oberschwäbischen Dorfmusikanten. Dennoch: Der Höhepunkt war gesanglicher Natur. Mit Daniela Hess griff Meiß zum Mikrofon und bekannte sich zur „Böhmischen Liebe“.

Dann wurde es laut: Nach den Alten Kameraden und dem Böhmischen Traum erwiesen alle Musiker gemeinsam dem Geburtstagskind mit dem „Gruß an Reichelsheim“ ihre Referenz.

Schnell, schwungvoll und dennoch sehr exakt: Der Musikverein Harmonie begeisterte mit spritzigen Märschen und temperamentvollen Melodien

Waren für den volkstümlichen Konzertpart verantwortlich: Wernfried Meiß und Daniela Hess interpretierten die Böhmische Liebe auf Ihre Weise.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Premiere: Erstmals standen die Musiker aus Blofeld, Dorn-Assenheim und Reichelsheim gemeinsam auf einer Bühne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über 600 Euro für Sozialstation

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Die letzte Veranstaltung der Reihe 1200 Jahre Stadt Reichelheim für den guten Zweck. Betina Krückl und Christina Benner (vorn rechts) durften sich während des Abends der Blasmusik über einen Scheck von rund 600 Euro für die Sozialstation Mittlere Wetterau freuen. Die Vorsitzenden des Musikvereins Reichelsheim, Hans Richard Hitz und der Harmonie Dorn-Assenheim, Helmut Weitz wie die Abteilungsleiterin des Musikzuges Blofeld, Lena Herget (hinten im Bild) hatten auf Eintrittsgelder verzichtet und stattdessen um eine Spende gebeten. „Wir werden das in die Fortbildung investieren“, sagt Krückl, denn nicht alles ist über die gesetzlichen Möglichkeiten abgedeckt. Es mache nicht immer Sinn bei zwanzig Mitarbeitern nur einzelne Personen zu solchen Terminen zu schicken, „besser ist es wenn vor Ort alle und damit letztendlich auch die Patienten profitieren.“ Dabei werde ein Schwerpunkt auf den Bezug zur Demenzbetreuung gelegt.

Spendenübergabe an Betina Krückl und Christina Benner von der Sozialstation Mittlere Wetterau