Jungmusiker auf Flughafentour

Der Rhein-Main-Airport ist sehr beeindruckend. Und die Flugzeuge dort, inklusive dem zurzeit größten der Welt, ebenso.

Die Jugendleitung des Musikvereins „Harmonie“ hatte die Jungmusiker zwischen 7 und 14 Jahren plus Musiklehrer am vergangenen Samstag zu dieser Flughafentour eingeladen. Zur Abwechslung mal ein Angebot außerhalb von Übungsstunde, Musikinstrument, Noten und Tönen.

Wie jeder Flugreisende mussten alle vor der Bustour den Sicherheitscheck durchlaufen. Bei dreien hat es so oft gepiept, dass sie sogar Schuhe und Strümpfe ausziehen mussten.

Mit dem Bus kamen sie hautnah an die geparkten Flugzeuge heran und staunten über ihre Größe und Spannweite. Auch das zurzeit größte Passagierflugzeug der Welt, ein Airbus A380 der Thai-Airways, im poppigen lila Design konnten sie bewundern und jede Menge Fotos schießen.

Während der Fahrt auf dem Flughafengelände erhielten sie viele Informationen über Flugzeuge, Fluggesellschaften, Passagiere und die Abfertigung. Auch einige Starts und Landungen konnten sie ganz nahe vom Bus aus sehen.

Mit der SkyLine wechselten sie zum Terminal 2 um sich nach einer Stärkung bei MD das bunte Treiben an den Gates und auf dem Rollfeld von der Besucherterrasse aus anzusehen. Für die jungen Musiker waren jedoch die rasanten Raketen-Rutschen viel interessanter. Deshalb fiel der Terrassenbesuch trotz gutem Ausblick und Sonnenschein relativ kurz aus.

Mit dem RMV und vielen neuen Eindrücken kamen alle am Spätnachmittag wohlbehalten wieder zu Hause an.

Helmut Weitz bleibt Harmonie-Chef

Hauptversammlung: CD-Aufnahme im Oktober – Neue Formate in der Jugendarbeit

„Wir wollen uns auf die Aufnahme einer CD konzentrieren, das hat Priorität vor einem eigenen Konzert“, gab Harmonie-Vorsitzender Helmut Weitz die Richtung für die kommenden Monate vor. Als Dauerabonnent für diese Funktion bestätigte ihn die Hauptversammlung auch für die kommenden zwei Jahre. Der seit 1972 amtierende Harmonie-Chef steuert damit auf 50. Vorstandsjahre bei den Musikern zu, zuvor hatte er vier Jahre lang die Vize-Position inne. Dabei kann Weitz auf weitgehende Kontinuität im Team setzen: Stellvertreter bleibt Andreas Schmidt, Schriftführer Armin Winkler und Rechner Alfred Schiel. Die Jugendvertreter Alana Hessel und Marius Münch komplettieren mit Beisitzer Berthold Schäfer die Mannschaft, der für Andreas Dönges gewählt wurde.

„Verein ist, was Du daraus machst“, bilanzierte Weitz und verwies auf den mit 19 Auftritten und 45 Übungsstunden prall gefüllten Terminkalender, worunter er das erst kürzlich gut besuchte Schachtfest mit Stimmungsmusik hervorhob. Resultat seien qualitativ ansprechende und abwechslungsreiche Auftritte, bei denen auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam.

Im Fokus stand aber die Nachwuchsarbeit. Hier dominierte neben Licht und Schatten besonders der Wille zu neuen Angebotsformaten. So floppte der Jugendmusiktag trotz gutem Programm in Punkto Resonanz, auch die Kooperation mit der Grundschule im Rahmen einer Musik AG wird aktuell als nicht zielführend erachtet. Immerhin musizieren neben dem Jugendorchester derzeit 30 Kinder in vier Blockflötengruppen, im Projekt der musikalischen Früherziehung und als Instrumentalschüler. Für letztere soll nun eine Bläserklasse eingerichtet werden, um den Spaß im Zusammenspiel zu fördern. Eine größere Motivation versprachen sich Weitz und Münch zudem von einer altersübergreifenden Übungsstunde mit darauf folgenden Konzert anstelle des Jugendmusiktages.

Dirigent Andreas Schmidt bescheinigte seinen Musikern eine solide Leistung: „Wir sind auf einem guten Niveau“, dennoch verlange das Publikum frische Ideen. So erhielt das Jahreskonzert als gemütlicher Frühschoppen einen volkstümlichen Anstrich, auf Sicht gesehen solle aber wieder eine Abendveranstaltung etabliert werden. Das Manko dabei: „Wir sind ein feiner, aber kleiner Verein, haben es deshalb schwer bei der Stückauswahl immer alle Register zu besetzen.“ Mit Polka, Walzer und Marsch Locke man langfristig niemandem hinterm Ofen hervor, deshalb, so sein Fazit, müsse das musikalische Spektrum um Stücke erweitert werden, die auch Jüngere ansprechen. Als Nebeneffekt ließen sich so die Nachwuchsmusiker einfacher ins Stammorchester integrieren.

Zuletzt gab es noch Glückwünsche für engagierte Musiker: Thorsten Lemler, Dietmar Mittig, Simone Blome, Marius Münch und Armin Winkler führten die Vereinsstatistik an und durften sich über Geschenke freuen. Auch Termine waren zu notieren: Am 9. Juli stehen Blasmusik mit Haxenessen und am 13. August ein Familiennachmittag auf der Agenda. Am 4. November soll zudem als Beitrag zur 1200 Jahres-Feier Reichelsheims ein Konzert mit allen städtischen Musikvereinen in der Sport- und Festhalle steigen.

Die aktuellen Vorstandsmitglieder (von links): Alfred Schiel, Helmut Weitz, Armin Winkler, Berthold Schäfer, Marius Münch und Andreas Schmidt

Schlachtfest 2017

Zünftig und deftig: Schlachtfest der Harmonie

„Ausverkauft“, fasste Harmonie Vorsitzender Helmut Weitz gleichermaßen zufrieden wie überrascht zusammen. Rund 150 Gäste fanden den Weg in die Dorn-Assenheimer Sport- und Festhalle, um beim Schlachtfest des Musikvereins herzhafte Speisen zu genießen. Ihr Resümee: „Eine gelungene Veranstaltung“, bei der selbst die obligatorische Frage nach dem „Hat‘s geschmeckt“ mit lebhaftem Applaus beantwortet wurde. Der große Wurstkessel musste vor Ort zwar nicht angeheizt werden, denn die Waren wurden mundgerecht angeliefert. Doch auch so hatten die Helfer alle Hände voll zu tun. Blut- und Leberwürstchen dufteten genauso appetitlich wie saftiges Bauchfleisch oder deftiges Kasseler.

Viele waren nicht zuletzt wegen der musikalischen Unterhaltung gekommen. Die Aktiven der Sportunion aus Nieder-Florstadt zauberten das Ambiente, so wie sie es am besten können: mit ihren Instrumenten. Dabei setzte Dirigent Sascha Mistetzki auch auf stimmliche Qualitäten und so waren viele bekannte Stücke zum Mitsummen und Mitklatschen zu hören. Als dann der Duft der Schlachtspezialitäten verflogen war, kam Partystimmung auf. Die Sportunion drehte auf und begeisterte mit bekannten Ohrwürmern oder aktuellen Schlagern von Helene Fischer bis Neil Diamond.

 

Jugendmusiktag 19.11.16

Schnuppernachmittag des Musikvereins Harmonie mit Nachwuchs-Auftritten

Quelle: http://holger-and-more.com/1_41_Blockflotenunterricht-beginnt-Januar.html

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Wir wollten Werbung für die Nachwuchsarbeit machen, das ist uns nur teilweise gelungen“, zog Harmonie-Vorsitzender Helmut Weitz ein durchwachsenes Fazit des Jugendmusiktags. Unter dem Motto „Hören, probieren, informieren“ fanden dennoch einige neue Gesichter den Weg zum Schnuppern ins Pfarrheim, „obwohl wir eigentlich vor Ort ein viel größeres Potential haben.“

Immerhin könne im Januar ein neuer Blockflötenkurs begonnen werden, der an Kinder zwischen 6 und 9 Jahren gerichtet und die Basis des dreistufigen Konzepts der „Harmonie“-Nachwuchsförderung ist. Es folgen die Einzelausbildung am Instrument, aber auch Gemeinschaftsunterricht, „um den Spaß am Musizieren“ zu steigern. Ziel nach zwei weiteren Jahren ist dann die Aufnahme ins Jugendorchester.

Dieses Konzept ließ der Verein dann auch mit zahlreichen Auftritten lebendig werden. Zunächst legte Jugenddirigentin Lisa Bodem mit Rock, Pop und Country gleich richtig los und interpretierte Musik in modernen Variationen von Deep Purple bis Roger Miller. Selbst die Beatles schafften es auf die Bühne. Mit spielerischer Leichtigkeit begleiteten die Jungen und Mädchen bei I wan‘t to hold your Hand die Solostimmen mit ihren Rhythmusinstrumenten.

Auch die Mädchen der von Weitz betreuten Klarinetten- Block- und Querflötengruppen meisterten ihre Parts mit Bravour, ließen sich von Pumuckl bis Kalinka inspirieren und zeigten sich dem Publikum mit einer Prise Humor: Bei den drei Chinesen mit dem Kontrabass setzten sich die Kleinen Chinesenhüte auf. Da schnappten sich die Kinder im Saal die verbliebenen Hüte und machten kräftig mit.

Später probierten sie nach Herzenslust Instrumente aus, beliebt waren Trompete und Klarinette. Manches Instrument schien größer als die jungen Akteure selbst, sogar Tuba und Kesselpauken wurden unter die Lupe genommen. Und am Schlagzeug galt es mit Händen und Füßen unabhängig voneinander Schläge auszuführen. „Wir achten darauf, dass das Lernen am Instrument bezahlbar ist“, so Weitz abschließend, „dann können die Kinder in Ruhe entscheiden, was Spaß macht und was nicht“.

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Tage, die in Erinnerung bleiben…

Festtage der Harmonie klingen mit Festzug und stimmungsvoller Party aus

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Es war eines der besten Vereinseinsfeste, das ich je erlebt habe“, brachte TSV-Vorsitzender Norbert Petri sein Lob für die Veranstalter auf den Punkt. Zum wiederholten male hatte es der Musikverein in diesem Jahr geschafft, die Sport- und Festhalle bis auf den letzten Platz zu füllen. Nach dem Bunten Abend am Freitag und einem Rockkonzert am Samstag klangen die Festtage zum 125. Geburtstag der Harmonie mit einer großen stimmungsvollen Party aus.

Zuvor jedoch genoß das Publikum einen bunten Festzug. Auch Petrus zeigte sich nicht als Spielverderber und so konnte die Dorn-Assenheimer mit ihren Gästen bei Sonnenschein und guter Laune ausgiebig feiern. „Selten habe ich hier so viele Leute auf der Strasse gesehen“, lobte auch Bürgermeister Bertin Bischofsberger die Bürger, die bereits um die Mittagszeit ihre Sitzgarnituren und gekühltes Flüssiges auf den Bürgersteig stellten.

Um die 600 Festzugteilnehmer sorgten auf den Strassen für eine tolle Atmosphäre. Zu Fuß, mit Traktor und Motivwagen, in historischen und modernen Gefährten schlängelte sich der festliche Bandwurm durch ein winkendes Spalier von Schaulustigen über die Fähnchen- und Birken-geschmückten Straßen. Unverzichtbar dabei die musikalische Umrahmung: Kapellen aus Blofeld, Echzell, Nieder-Mörlen, Ockstadt und Reichelsheim erwiesen den vorneweg marschierenden Musikern der Harmonie ihre Geburtstagsgrüße. Keine Probleme, dabei den richtigen Takt zu finden hatten die Ehrengäste. Im Traktor-gezogenen Fuhrwerk führten Bürgermeister Bertin Bischofsberger, Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert, Pfarrer Markus Stabel und Harmonie-Vorsitzender Helmut Weitz den Zug an.

Zahlreiche befreundete Vereine und Gruppen nutzten die Gelegenheit, mit geschmückten Festwagen bei teils heiteren Motiven auf sich aufmerksam zu machen. Dort oben ließ es sich zünftig feiern und den Zuschauern zuprosten. Ob Frauenstammtisch, Kleintierzucht-, Gesang- oder Sportvereine, die Gestaltung der Gefährte war immer wieder ein Hingucker. Auch die Freunde der nostalgischen Sparte kamen auf ihre Kosten: Das 58 Jahre alte Großtanklöschfahrzeug des GTLF-Fan Clubs und der Historische Landmaschinenverein zeigten, wie in vergangenen Jahrzehnten das Löschwesen betrieben wurde. In einem Meer in Blau erschiednen die Stadtteilfeuerwehren. Optischer Blickfang waren zudem die auf Bobbycars radelnen Kinder der Kita St. Elisabeth, die Alphormdudler mit ihren meterlangen Instrumenten, Jugend DRK, Heuchelheimer Landfrauen oder der SV Reichelsheim, dessen Tanzgarde sich in blau-gelbe Schale geworfen hatte.

„Das sind Tage, die in Erinnerung bleiben“, hatte Weitz für jede der am Festzug teilnehmenden Gruppen ein Präsent in Form von hochprozentigem Jubiläumsschnaps dabei. Mit knackiger Unterhaltungsmusik in einem tollen und füllenden Sound begeisterte nun das Blasorchester aus Berstadt. Dabei war traditionelle Blasmusik genauso zu hören wie Schlager und beliebte Ohrwürmer der Rock- und Popmusik. Als dann zum letzten Zapfenstreich geblasen oder gesungen wurde, konnten das Team um Helmut Weitz aufatmen. Denn sie freuten sich, dass alles so gut geklappt hatte.

(Text: Holger Hachenburger)

Bei Rockfour wurden die Rockherzen schwach

125 Jahre Harmonie: Wetterauer Band begeistert mit viereinhalbstündigem Auftritt

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Das war ein cooler Auftritt“ oder „Die Jungs machen einfach nur gute Laune“, waren einige der druckreifen Reaktionen in der Sport- und Festhalle im Publikum. Sie alle erlebten eine bunte Classic-Rock-Party anlässlich des 125. Geburtstags des Musikvereins Harmonie, die einer Reise in die 60er bis 80er Jahre gleichkam: live, authentisch, leidenschaftlich, impulsiv, begeisternd. Rockfour, seit geraumer Zeit zu „Rockfive“ angewachsen, ließen mit Coversongs die große Zeit von Foreigner, Queen, Deep Purple, Eagles, Pink Floyd, Supertramp, Bon Jovi oder Jethro Tull lebendig und damit jedes Rockherz schwach werden.

Leadsänger Stefan Wenzel, Hartmut Christe an den Keyboards, Bassist Peter Hensel, Schlagzeuger Harald Steinke und Gitarrist Wolfhardt Duda spielten alles, was die Rockmusik noch heute so beliebt macht. Ob Bed of Roses, Cold as Ice oder das legendäre Hotel California, die fünf Musiker brachten die Stücke derart melodisch und emotional rüber, als wären sie aus ihrer Feder entstanden. Doch Rockfour spielen die Klassiker nicht einfach nur runter, sie brillieren immer wieder mit eigenen Interpretationen. Zu ihren Markenzeichen gehören auch Instrumentenwechsel, so dass quasi immer eine neue Besetzung spielt.

Das Publikum, ohnehin in Feierlaune ließ sich nicht lange bitten, tanzte, sang und klatschte kräftig mit. Schon bei den Ankündigungen jubelten die Fans, sogar einige Luftgitarrenakrobaten waren bei Smoke on the water zu bewundern. Allein das Schlagzeugsolo zog die Besucher wie ein Magnet an den Bühnenrand und bei der Bohemian Rhapsody von Queen überzeugte die Band mit einer tollen Gesangsperformance ihres Keyboarders.

Dann ließ die Formation den Sommer 69 von Brian Adams auferstehen, als wäre es gestern gewesen. Man spürte, dass die Akteure teils bereits seit 1991 zusammenspielten, sie verstehen sich blind, sind stimmlich vielseitig und präsentieren sich praktisch alle auch als Vokalisten. Zum Schlussakkord schalteten Rockfour nochmals auf die härtere Gangart um, brachten Stücke von Santana oder Led Zeppelin. Dem Publikum hat es gefallen, nur ungern und nach vielen Zugaben ließen die Fans ihre Rockhelden nach Hause ziehen.

(Text: Holger Hachenburger)

Von Kopf bis Fuss auf Spaß und Harmonie eingestellt

125 Jahre Musikverein: Bunter Abend mit Fleeschter Pättern, Viertaktern, Alphorndudlern und Niddageistern – Hessen lacht zur Fassenacht-Legende Karl Oertl moderiert.

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Das war Spitze“, war sich das Publikum nach dreieinhalb Stunden Musik, Gesang, Tanz und einer gehörigen Portion Zwerchfellmassage einig. Unter dem Motto Freude, Spaß und Harmonie spurtete der Musikverein mit einer fröhlich-bunten Show kurzweilig in das Festwochende zum 125. Geburtstag. „Bunte Abende sind meist etwas spröde“, bekannte Harmonie Vorsitzender Helmut Weitz, „deshalb haben wir uns nach den Stars der Region umgesehen.“ Und diese begeisterten in den unterschiedlichsten Formationen. So oder so, auf alle Fälle stimmte der Mix, die die Stimmung war großartig. Über allem schwebte Moderator Karl Oertl, der mit Witz und jeder Menge Vogelsberger Lokalkolorit einmal mehr zur Höchstform auflief.

„Die sind melodisch bestens geeicht“, kündigte Oertl die Viertakter an. Unterhaltsam und charmant präsentierte das Quartett Acapella-Musik zum Anfassen. Lieder wie der rauchig-schaurige Kriminal Tango oder Elvis Presleys All shook up zeugten nicht nur von prächtigen Stimmen, auch eine abwechslungsreiche Choreographie und humorvolle Mimik sind Markenzeichen der Gruppe. So veräppelten sie sich als kleinsten Männerchor der Welt („Ab und zu mal modern sein und mit den Hüften wackeln“) und los ging’s mit I was made for loving you. Auf Marlene Dietrichs Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt („Auf die langen Beine haben wir heute verzichtet“) folgte gesteppter Alpen-Pop („Steppschuhe, das sind Hufeisen für Ziegen“). Selbst phantasievoller Hip Hop war zuhören, dazu garniert mit improvisierten Instrumenten, mal als Kontrabass, mal als Luftgitarre. Viel zu lachen gab es, als die Cowboys Burning Ring of Fire singen. Klar, auch ein (Stoff)-Pferd durfte da nicht fehlen. Und von Nashville in Die Dolomiten waren es nur wenige Takte, um ein seichtes La Pastrorella mit ein paar Rex Gildo Takten aufpeppen. „Hossa Ole“, das Publikum quittierte den Auftritt der Vokalakrobaten mit begeistertem Beifall.

In ihrer Paraderolle am Stammtisch sorgen nun die Fleeschter Pätter für Stimmung. Ob an der Babbelwaage kurz vor der Busfahrt nach „Schlockenbach“,  beim Arzt, im Ehebett beim ausgefallenen Sex oder als sächselnder Engel: Gespickt mit absurden Wortgefechten  („Manchmal muss man sich wagen, zu wiegen“) outeten sich die beiden Vollblut-Comedians Rainer Hartmann und Manfred Scholz  als Meister des Klamauks. Beim Plausch aus dem Nähkästchen bekam auch die kommunale Nachbarschaft  ihr Fett ab:  Die Transplantation eines Florstädter Ohres endete für einen Reichelsheimer tödlich: „Er verschied, das Ohr hat den Körper wieder abgestoßen“, lästerten die Pätter.

Mit viel Leidenschaft, einer Prise Akrobatik und mitreißenden Kostümen zauberte nun die Showtanzgruppe der Niddageister die Schönheit der Serengeti auf die Bühne. Untermalt von pulsierenden Rhythmen des schwarzen Kontinents schlichen die sechzehn Tänzerinnen als wilde Hyänen umher. Eine außergewöhnliche Choreographie, deren perfekte Umsetzung den Auftritt in der Steppe zu einem viel beklatschten Erlebnis machte.

„Blech macht Spaß“ bekannten Andreas Schmidt. Michael Dönges, Sascha Mistetzky, Andreas Weinelt, Jan Kausek und Dietmar Mittig. Die erstmals in dieser Formation aufgetreten Gruppe ließ bei stimmungsvollen Gassenhauern die traditionelle Blasmusik wieder aufleben. Eine ganz andere Stilrichtung bevorzugen Martin Dönges und seine Alphorndudler. Als Septett entführten sie das Publikum in die alpenländische Bergwelt. Die mit Naturtönen gespielten Stücke gingen ins Ohr. Begeisternd das Echo, als die erste Stimme mit ihren Ausflügen in hohe Oktavregionen auf routiniert vorgetragene Bassstimmen traf. „Schließlich sind Alphornklänge in“, plauderte Dönges über die einstigen „Handys der Hirten“.

Wie treibe ich unseren Dirigenten zum Wahnsinn? dachten sich die Musiker der Harmonie und standen den Comedy-Profis in Punkto Slapstick in nichts nach. So blieb von Radetzky-Marsch nicht viel übrig. Denn ob im Dirndl, als Brautpaar oder in Faschings-Maskerade: Es kam so ziemlich alles zu Gehör, nur eben nicht das dirigierte Stück. Sei‘s drum, Andreas Schmidt überstand dias inszenierte Chaos. Bei einem Medley der Les Humphries Singers bewiesen die Musiker im Sound der 70er schließlich, dass sie bei ihrem Dirigenten bestens aufgehoben sind.

Ein furioses Finale beendete einen gelungen Abend, der einmal mehr zeigte, wie Erfolg versprechend Unterhaltung mit Künstlern aus der Region sein kann. Was soll man dazu sagen, fragte ein Gast. Die Antwort: Nichts – einfach klatschen.

(Text: Holger Hachenburger)